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Sebastian Dietel

By November 28, 2021Dezember 16th, 2021Designer, Dortmund, OpenCall, R365

©Sabrina Karakatsanis

Sebastian Dietel

Das Ruhrgebiet bot mir die Möglichkeit endlich das zu machen, wofür ich wirklich brannte, Zeichnen und gestalten.

Dieser Schmelztiegel an verschiedenen Städten und Menschen unterschiedlichster Herkunft, schien mir dafür bestens geeignet zu sein, Kontakte zu knüpfen und mit anderen Kreativen einen regen Austausch zu haben.

1990 wurde ich in Bayern geboren und wuchs in Thüringen auf. Zeichnen bereitete mir schon immer große Freude, sich Ideen überlegen und die auf Papier bringen. War und ist etwas das ich den ganzen Tag machen kann, doch lange war das nur eine Nebensache für mich. Nachdem ich mehrere Schulabschlüsse nachgeholt und eine handwerkliche Ausbildung gemacht hatte. Merkte ich, dass das alles nicht das war, was ich wirklich wollte, darum entschied ich mich von meiner alten Heimat wegzuziehen.

Ich entschied mich dafür an der FH Dortmund mein Studium im Bereich Kommunikationsdesign bis zum heutigen Tage zu machen, mir schien dieser Studiengang genau das richtige für meine Ambitionen zu sein. Während des Studiums entdeckte ich für mich, dass Gestalten von Schriften, Logos und das Layouten von Büchern in mir eine große Faszination auslöste. Bei Schriften und Logos ist für mich die Faszination darin, etwas Neues zu erschaffen, was es vorher nicht gab. Zum Beispiel eine Schrift für ein Plakat zu entwerfen ist eine schöne Herausforderung für einen selbst, weil am Ende damit auch der Charakter des Plakates widergespiegelt werden muss.
Auch zu sehen, wenn man ein Logo entwirft, es gut ankommt und es seine Verwendung im Auftreten eines Unternehmens findet, ist immer wieder schön. Ein komplettes Layout für ein Buch bereitet einem mit die größte Freude, denn Stunden und Tage lang sitzt man vor dem Rechner, gestaltet alles durch von A bis Z. Wenn dann am Ende das Endprodukt in den Druck geht, es danach zu einem nach Hause kommt, es zum ersten Mal in den Händen hält und es durch Blättern kann ist eines der schönsten Gefühle.

Das herrausstechendste Projekt war das Fotobuch über den Berg Karabach Konflikt letztes Jahr. Es war sehr interessant sich mit diesem Thema auseinander zu setzen, aber auch sehr aufwühlend an manchen Stellen.

Ich entwickle und betreue aktuell das visuelle Erscheinungsbild des Musiklabels Junk Town Records.

Ich denke das Ruhrgebiet beeinflusst einen mehr passiv als aktiv.

Ich lebe mittlerweile seit vielen Jahren hier, aber als ich gerade neu hergezogen war, war alles sehr neu und spannend, allein schon das tolle Panorama aus Industrie und urbanen Lebensraum war Anfangs sehr faszinierend.
Heute sind es eher die kleinen Dinge, wie z. B. Gespräche, die spontan mit fremden Leuten entstehen. Die tollen Schriften, Leuchtreklamen, die an Geschäften oder Imbissbuden zu sehen sind. Das eine oder andere Plakat an Werbetafeln, Brückenunterführung oder Flyer, die irgendwo ausliegen. All das gibt neue Ideen für die eigene Arbeit.

Nicht immer, aber so oft es die Zeit zulässt, im Gräfen, das inzwischen das Café heißt, in Duisburg.

Das Cafe ist eine wirklich tolle Kneipe! Die gesamten Wände wurden von dem Designer Eckart Graefen mit riesigen Fotocollagen quasi tapeziert. Außerdem hat der Laden eine wirklich nette Bedienung.

Das Cafe designed by Eckart Graefen
Krummacherstr.14 47051 Duisburg

Für mich machen der stetige Wandel und das noch lange nicht ausgeschöpfte Potenzial das Leben im Ruhrgebiet aus.

Für kreative kann es hier in den nächsten Jahren ein echt toller Ort werden der noch viel Luft nach oben bietet für spannende Projekte. Im Gegensatz zu Tod getretenen Pfaden, wie Berlin. Ich sag nur Mieten zu Mondpreisen und weg Gentrifizieren von Menschen die schon seit Ewigkeiten da leben. Da sind wir hoffentlich noch weit von entfernt im Ruhrgebiet.

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Sebastian Dietel

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