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Zu Besuch beim STARTUP Mifitto in Duisburg

By November 15, 2017 No Comments

Hard Work statt fancy Startup-Life

Gestartet ist Mifitto mit einer App, die dabei helfen sollte, die hohe Rücksendequote bei Online-Schubestellungen zu reduzieren.

Seine inzwischen 7-stelligen Umsätze macht das Duisburger Startup heute nicht nur mit seiner Größenberater-Software, sondern auch mit innovativer Hardware: Mifittos selbst entwickelter 3D-Fußscanner kommt in Deutschlands führenden Sportgeschäften zum Einsatz.

Zu Besuch bei Mifitto: Von der App-Idee zum erfolgreichen Hightech-Startup

Ich muss ein bisschen warten, bevor Thomas Harmes bereit ist fürs Interview. Er und sein Mitgründer und Schwager Dominic Köhler stecken noch in einer Videokonferenz mit ihren Investoren. Fraunhofer Venture und ein Family Office sind an Mifitto beteiligt.

Zweieinhalb Jahre ist es her, dass ich Mifitto zum ersten Mal an ihrem Standort im Duisburger Industrieviertel Wanheimerort besucht habe. In dem Gebäude einer ehemaligen Kabelfabrik hatte sich das Startup erst nur provisorisch eingerichtet. Dann ist es einfach dort geblieben und hat sich über anfangs wenige Büroräume inzwischen über die halbe Etage ausgebreitet.

Auch das Mobiliar sieht nicht mehr ganz so provisorisch aus. Die Namensschilder der Kabelfirma-Mitarbeiter sind inzwischen verschwunden, der Linoleum-Look in den Büros ist schicker Holzoptik gewichen.

Sonst sieht es bei Mifitto aber wie vor zwei Jahren mehr nach Hustle und Hard Work aus, als nach fancy Startup-Life.

Auf Wachstumskurs: Mehr Mitarbeiter, mehr Fläche, mehr Verantwortung abgeben

Bevor es zum Interview in den Besprechungsraum mit großem Konferenztisch und Flatscreen geht, dreht Thomas mit mir eine Runde durch Büros und die Werkshalle.

War das Mifitto-Team vor zweieinhalb Jahren noch zu fünft, arbeiten inzwischen rund 20 Mitarbeiter im Unternehmen, darunter ITler, Kreative und auch die ersten Vertriebler. Bisher war der Vertrieb allein Chefsache, doch das ist für die drei Gründer allein nicht mehr zu stemmen.

Auch Dr. Michael Müller ist noch Teil des Teams. Wie bei meinem ersten Besucharbeitet er in seinem aufs Wesentliche reduzierte Büro an den Röntgenbildern der aktuellen Schuhmodelle, die vor kurzem in dem großen Industrie-Röntgengerät aufgenommen wurden.

Das Gerät, ganzer Stolz der Firma, steht nach wie vor unten in der großen Werkshalle. Auch ein Fotostudio für die 360-Grad Produktfotos und eine Werkstatt, wo eine Reihe 3D-Drucker Teile der Technik für die 3D-Scanner produziert, finden sich hier unten.

7-stellige Umsätze nach fünf Jahren

7-stellige Umsätze fährt das Startup inzwischen ein. „Ich rechne damit, dass wir in diesem Jahr den Break Even erreichen“, sagt Thomas.

Grund für den Erfolg sind neben der Größenberater App fürs Smartphone heute auch innovative 3D-Fußscanner, die Mifitto selbst entwickelt hat. Der Prototyp war gerade fertig, als ich Thomas und sein Team das erste Mal besuchte.

Nach Sportscheck, Thomas ehemaligem Arbeitgeber, als frühem Abnehmer der Hardware, gelang Mifitto der große Durchbruch, als sie Intersport als Kunden gewannen. Dazu warfen Thomas und sein Team mit ihren Scanner-Modellen einen internationalen Mitbewerber aus dem Rennen.

80 Intersport-Filialen hat das Duisburger Startup inzwischen mit Scannern ausgestattet. Dazu kommen noch 28 für Karstadt Sport und 18 für Sportscheck.

Als der Deal mit Intersport fix war, hieß das für Thomas Harmes und Dominic Köhler: Ein 7.000-Kilometer-Roadtrip durch ganz Deutschland in einer Woch. Die Installation der 3D-Scanner übernahmen die beiden Gründer zu der Zeit noch selbst.

Auch in Kanada und den USA waren sie in Sachen Scanner unterwegs. „Was den Vertrieb angeht, arbeiten wir hier mit dem Hamburger Sohlenhersteller Currex zusammen“, sagt Thomas.

Back to the Roots: Die Größenberater-App mit neuem Potenzial

Nach den üblichen Zitterpartien und Kurskorrekturen im Startuplife läuft’s also bei Mifitto. Nach dem Erfolg mit den Scannern heißt es jetzt, fünf Jahre nach Gründung, wieder back to the roots. „Wir gehen jetzt mit Volldruck auf Online“, sagt Thomas.

Nach dem Website-Relaunch soll die Entwicklung des Online-Größenberaters weiter vorangetrieben werden. Unternehmen wie BILD.de, Sportscheck, Melvin & Hamilton, Tennispoint oder Bunert.de setzen den Größenberater bereits in ihren Onlineshops ein.

In Zukunft soll die App Endkunden mehr als nur bei der richtigen Größe beraten. Beispielsweise im Sportbereich soll die App je nach Spieler- oder Lauftyp oder je nachdem, auf welcher Position ein Teamspieler sich bewegt, den passenden Schuh empfehlen.

Auch sportliche Vorbilder oder Lieblingssportler sollen in die Empfehlung mit einfließen. „Hier ist viel mehr möglich, als eine reine Größenberatung“, sagt Thomas. „Da sehe ich großes Potenzial.“