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Universität Witten/Herdecke

By Mai 18, 2017 No Comments

Mehr als Humboldt, Hashtag und Bologna

Adresse:
Alfred-Herrhausen-Straße 50
58448 Witten

Gastbeitrag von Malte Langner

Im ländlichen Teil des Ruhrgebiets, zwischen den Großstädten Dortmund und Bochum, hat die Universität Witten/Herdecke sich ihre eigene kleine Hochschullandschaft gepflanzt. Umringt von viel Grün, Wiesen und Höfen steht das architektonisch beeindruckende Hauptgebäude der UW/H – und das seit mittlerweile über dreißig Jahren. Ob Kultur, Wirtschaft, Psychologie, Pflege, Medizin oder Zahnmedizin: die UW/H bildet als älteste private Universität Deutschlands aus.

Doch versteht sie sich längst nicht nur als Ort des Lernens im klassischen Sinne. Freiräume für Studierende sollen dazu motivieren, Studium und Entwicklung selbst in die Hand zu nehmen, sich sozial zu engagieren, innovative Start-ups zu gründen und Netzwerke zu bilden. Zudem sollen gleiche Werte die Gemeinschaft stärken und fächerübergreifende Seminare den persönlichen Horizont erweitern.

Was haben Picasso-Gemälde und Röntgenbilder gemeinsam?

Ein Beispiel hierfür ist das Studium fundamentale. Immer donnerstags im Semester ist „Stufu-Tag“. Hier lernen Studierende aller Fakultäten zusammen und arbeiten gemeinsam an Themen aus Gesellschaft und Kultur, Literatur und Kunst, Philosophie und Geschichte sowie Wirtschaft und Gesundheit. Studierende können aus einem umfangreichen Kursangebot auswählen, was sie besonders interessiert und so ihr Fachstudium ergänzen. Im Studium fundamentale werden Fragen und Herausforderungen der Gegenwart diskutiert und die eigenen kommunikativen Kompetenzen gestärkt. Künstlerische Angebote wie Theater, Musik, Tanz oder Bildhauerei stehen ebenso auf dem Programm.

Egal welche Ziele die einzelnen Persönlichkeiten auf dem Campus haben, ob sie später Kuratoren, Manager in der Wirtschaft oder Ärzte werden wollen – an der UW/H gehen sie miteinander in den Austausch und beeinflussen sich gegenseitig; und das auf künstlerischer, extrem kommunikativer Ebene. „Stufu“ heißt, mit anderen Denkweisen das zu hinterfragen, was man für selbstverständlich hält. Beispielsweise werden einem Studierenden der Kulturreflexion neue Details durch den Blick einer Medizinerin bewusst, die ein Picasso-Gemälde genauso akribisch wie ein Röntgenbild analysiert. Es gibt Studierende, die vor allem wegen des „Stufu“ nach Witten gekommen sind.

Die vielen künstlerischen Projekte machen die UW/H zu einem Ort an dem Kunst nicht nur in der Lehre produziert, sondern auch öffentlich präsentiert wird. Ob Konzerte, Lesungen, Vorträge oder Theaterinszenierungen: Studierende präsentieren ihre Seminar- und Projektergebnisse und universitäre Gruppen wie das Hochschulorchester verwandeln den Campus regelmäßig in eine beeindruckende Kulisse.

Fotos von Amke Kramer