Es geht um Subkultur, nicht um Kohle

Der Running Gag:
Für die letzte Show im Recorder wird Lauryn Hill gebucht

REKORDER
Gneisenaustraße 55
44137 Dortmund

 

Als Frederik und seine Freunde beschlossen, ein kleines Festival zu planen, hat er nicht erwartet, dass ein kleiner Club das endgültige Resultat sein würde.

Das Tonbande-Festival war als einmalige Veranstaltung geplant, die Graffiti-Künstler, Urban Gardeners, Dichter, Musiker und Freunde urbaner Kultur an einem sonnigen Samstag im Norden Dortmunds zusammenbringen sollte. Er und seine Homies hatten nur ein oder zwei andere Events promoted, bevor sie über dieses leerstehende Lokal stolperten.

Einige andere Freunde stießen dazu, um einen eingetragenen Verein zu gründen, der an diesem Projekt und der Frage, wie der zukünftige Club zu leiten sei arbeiteten: Tonbande e.V. war geboren.
Mit immensem Aufwand gelang es ihnen, den Club in 4 bis 5 Wochen zu renovieren und Rekorder konnte eröffnet werden. Mit einer Bar im Erdgeschoss und einer Tanzfläche und Bühne im Keller.

Aus Erfahrung weiß Frederik wie so ein Live-Club aufgebaut sein sollte. Er selbst ist MC, der unter dem Namen Schlakks gemeinsam mit einem DJ und einem Drummer unterwegs ist. Der Verein besteht aus Musikern wie ihm, genauso wie aus Künstlern, Schreiberlingen und Menschen, die die Sache unterstützen, weil sie an die Idee und die dahinterstehenden Werte glauben. Für die Gruppe war es wichtig, mit einem offenen Konzept zu agieren und Dinge ausprobieren zu können. Es gibt nicht eine Veranstaltung im Kalender, deren einziger Zweck es wäre, Kohle zu machen. Frederik wird von seiner Leidenschaft für die Sache angetrieben. Wenn er Künstler bucht, dann um dem Publikum links orientierte Künstler jenseits des Mainstream vorzustellen. Die Nacht als Damion Davis aus Berlin sowie eine Reihe lokaler MCs zu Gast waren ist ihm besonders in Erinnerung geblieben. Und während einige Vereinsmitglieder sich um das HipHop-Line Up kümmern, sind wieder andere für die Bereiche Jazz, Punk, Independent oder Garage zuständig. Die Anfragen und Ansprüche sind hoch, sowohl auf Seiten der Bands, als in Bezug auf die Fans.

Regelmäßig spielen hier internationale Bands auf ihren Europatourneen und wenn deren einziger Auftritt in Deutschland im Rekorder stattfindet, reist die Fangemeinde auch aus Bayern an.
Zusätzlich zu den Konzerten gibt es auch regelmäßige Parties. Wie Frederik zugibt, ist das einzige, was dem Club fehlt ein vernünftiger Backstage-Bereich, weil einfach jeder Winkel bereits ausgenutzt wird. Glücklicherweise hilft die benachbarte Subrosa Bar gelegentlich mit ihrem Künstler-Apartment aus. Dieses Jahr hat Rekorder einen weiteren Standort eröffnet – konsequenterweise unter dem Namen Rekorder II. Der befindet sich gleich um die Ecke und ist als offener Arbeitsraum gedacht, den alle möglichen Künstler oder Schriftsteller für eine gewisse Zeit als Arbeitsraum anmieten können.