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PIT – Der Actionfilm aus dem Ruhrgebiet

By Mai 30, 2017 No Comments

ein Sin City der Industriekultur

Wat is PIT ?
Pit ist ein 30-MinütigerUnterhaltungsfilm, der in einem fiktiven, kriminellen Milieu im Ruhrgebiet spielt.Um nicht von seiner Frau verlassen zu werden, muss Ganove J aus der Gangster-Szene aussteigen, bevor sein Kind auf die Welt kommt.

Das Projekt PIT wird von Freiberuflern und Studenten aus NRW um den Autor und Regisseur Mike Linde iniziiert.

Mike Linde ist seit 2010 als selbstständiger Filmproduzent tätig. Seither hat er an über 200 Projekten mitgewirkt.

Zu seinen Kunden gehören Werbeagenturen und Film-Produktionsfirmen, sowie kleine bis mittelständische Unternehmen deutschlandweit. Projekte, die über die Kapazität seiner Person hinausgehen, realisiert er mit einem stetig wachsenden Netzwerk aus leidenschaftlichen Filmschaffenden.

Wie wollt ihr einen Typen aus dem Ruhrgebiet zum Held werden lassen?

J sieht sich selbst als Held und genau so wollen wir Ihn auch inszenieren. Wir arbeiten dabei mit alten Kamera-tricks, wie z.B. Reißschwenks, Dollyverdichtungen und Methoden, die aus den low-budget Serien-Kinofilmen der 30er und 40er Hollywood-Produktionen Jahre stammen.

 

Das Ruhrgebiet Industriekulturstätten sind ja heute fast schon zu Parkähnlichen Anlagen mit Freizeit und Familiencharakter geworden wie passt das zu einem Actionfilm?

Wir nehmen die Essenz der Bauten und ehemaligen Industrieanlagen und erzeugen daraus eine fiktive, herbe, nächtliche Umgebung – ein Sin City der Industriekultur. Das geläufige Konzept, dass ehemalige Industrieanlagen zweckentfremdet und zu Wohn-oder Gewerbeflächen umfunktioniert werden, greifen wir auf und übertragen es auf das gesamte Szenenbild. Beispielsweise ist J’s Wohnraum eine Loft in einer ehemaligen Fabrik. Wir bedienen uns an der Ästhetik von Rost, Maschinen, und Hochöfen und generieren einen warmen, rauen Look, der sich über den Film erstreckt und zu J’s Umfeld passt.

 

Also Drehorte in der ECHTEN Welt oder im Studio? Wie ECHT wird das Ruhrgebiet gezeigt?

Neben einer guten Geschichte, soll eine einzigartige Welt erzeugt werden, in die der Zuschauer komplett eintauchen kann.

Die benötigte Filmtechnik (Kamera, Bühne, Licht, Grip) steht uns bereits zur Verfügung und wir werden von einer talentierten, und vor allem motivierten, Crew unterstützt. Wir arbeiten auch mit Drehorten, die bereits zu großen Teilen unseren Anforderungen entsprechen und statten den fehlenden Teil aus – Also ein ‘Enhancing’. Es wird aber nicht auf die Geschichte der Orte eingegangen, sondern sich der reinen Ästhetik bedient, so wie sich Steam- Punk der Ästhetik von Dampfdruck-Technologie bedient.

 

Was sind eure Ziele und wen soll der Film erreichen?

In erster Linie möchten wir gut unterhalten. Der Film richtet sich an Fans von Popcorn-Kino, aber bietet neben platten Sprüchen und Punchlines genug Platz für Zwischenmenschliches. Wir zeigen, dass ein Film nicht im Weltraum, einem Aztekentempel, bei der CIA oder im Krieg spielen muss, um ein aufregendes Abenteuer zu verkaufen, das sehr weit vom Alltag entfernt stattfindet. Pit ist jedoch kein reiner Action- oder Abenteuerfilm. Im Kern der Geschichte steht die Beziehung zwischen J und Lyn.

 

Einen Film im Pott zu drehen ist ja erstmal keine Einzigartige Sache. Was macht euren Film speziell?

Es existieren bereits viele Filme über das Ruhrgebiet. Wir werden Aufnahmen aus der Region mit noch nie dagewesener Bildgewalt erzeugen. Die Helikopteraufnahme mit dem Förderturm vor der bildfüllenden Abendsonne soll diesem Vorhaben Ausdruck verleihen. Nach unserem Kenntnisstand hat bislang noch niemand versucht, die Ruhrmetropole in der Form als szenischen Schauplatz für organisiertes Verbrechen zu ästhetisieren. Vergleichbare Aufnahmen im szenischen Bereich kennt man höchstens aus den USA. Wir haben zwar keinen Grand Canyon und keine Hochhäuser, aber wir haben zumindest ein paar interessante Fördertürme herumstehen. Im Ruhrgebiet existiert ein weit verbreiteter Lokalpatriotismus, den wir uns durch solche Bilder gezielt zunutze machen möchten. ‘Das wurde nicht irgendwo in Texas gedreht, sondern hier um die Ecke!’ Es ist wichtig klarzustellen, dass wir nicht versuchen werden amerikanischen Produktionen nachzueifern, sondern vielmehr den Stoff aus der Region dessen Potential mit einer frischen Denkweise auszureizen.