GladbeckKunst & Kultur

Neue Galerie Gladbeck

Hochkultur in Gladbeck ???

Neue Galerie im Rathauspark
Bottroper Str. 17
45964 Gladbeck

 

 

Denkt man über kulturelle Hotspots im Ruhrgebiet nach ist Gladbeck wahrscheinlich nicht die erste Stadt, die einem diesbezüglich in den Sinn kommen mag. Dass diese Annahme trügerisch ist, beweist die Neue Galerie Gladbeck immer wieder auf’s Neue.

Nachdem seit Mitte der 1990er Jahre eine Verlagerung des Schwerpunktes von regionaler Kunst hin zu qualitativ hochwertiger zeitgenössischer Kunst stattgefunden hat, haben die in der Galerie präsentierten Arbeiten nichts mehr zu tun mit Lokalkolorit geschwängertem VHS-Kurs-Enthusiasmus. Und obwohl der Kommune zu Beginn der 2000er Jahre die Finanzierungsmittel für den Gladbecker Kulturbetrieb ausgingen, ist es durch die Gründung eines Trägervereins und den Verkauf einer Reihe von Werken gelungen, die Galerie um einen Anbau zu erweitern. Der 2009 eröffnete „grey cube“ bietet seitdem 190 zusätzliche Quadratmeter Ausstellungsfläche und durch die komplex aufgebaute Außenhaut aus Polycarbonat die Möglichkeit auf die Licht- und Schattenverhältnisse im Galerieraum einzuwirken.

Im Rahmen von vier wechselnden Ausstellungen im Jahr wird hier gezeigt, was (vor allem was zeitgenössische gegenständliche und ungegenständliche Malerei angeht) von Relevanz ist. Mit großem Gespür für wirklich spannende künstlerische Ansätze, präsentiert das Team um Ausstellungsplaner Gerd Weggel (im Bild mit dem technischen Leiter Jens Dornheim) sowohl Arbeiten bereits bekannter Künstler, wie etwa Werner Pokorny, SEO, David Schnell, Paul Schwer etc., gleichzeitig wird jedoch intensive Nachwuchsförderung betrieben, indem auch talentierten Absolventen aus den Meisterklassen der Kunstakademien die Möglichkeit gegeben wird, ihre Werke in der Galerie vorzustellen.

Wer ab September genug hat von fröhlich beschwingten Sommergefühlen, dem legen wir die am 8.09.2017 beginnende Ausstellung des italienischen Künstlers Nicola Samori ans Herz. Der 40-jährige bedient sich für die Gestaltung seiner Gemälde und bildhauerischen Arbeiten an den Sujets und dem Formenrepertoire des 16. bis 18. Jahrhunderts. Die zunächst mit höchster technischer Versiertheit angelegten Kompositionen „zerstört“  Samori direkt im Anschluss durch manuelle oder mechanische Manipulation der Oberflächen. Die Ergebnisse dieses konstruktiv-dekonstruktiven Verfahrens wirken düster und verstörend. Samoris Interpretationen der „alten Meister“  sind gleichsam Mittel persönlicher Katharsis wie auch die Hinterfragungen klassischer Repräsentationsmedien.