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Martin Kretzschmann, Superego, FMA

By März 28, 2018 No Comments

 Foto: Ricarda Funnemann

Foto: Martin Kretzschmann

Was ist EGO, SUPEREGO, ID?

Dieses Projekt setzt sich mit Hilfe von Modefotografie und unterschiedlichsten fotografischen Metaphern mit der Ich-Psychologie von Sigmund Freud auseinander. Umgesetzt ist das Ganze in einem interaktiven EBook, bei dem wir gerade daran arbeiten, dass es optimiert wird und hoffentlich bald auch im AppStore erhältlich sein wird. In dem EBook gibt es viel zu entdecken. Zum einen gibt es viele Bilder, die sich in Bewegung bringen lassen oder mit Tönen arbeiten. Zum anderen gibt es aber auch poetische Texte, Videos und einen schönen Blick hinter die Kulissen. Es ist ein sehr großes Projekt geworden, von dem man auf meiner Internetseite einen „unbewegten“ Vorgeschmack bekommen kann.

Was war dein bislang herausstechenstes Projekt?

Da würde ich ebenfalls meine Masterarbeit nennen. Die Arbeit besteht aus drei einzelnen Fotostrecken, von denen es jede in ein Fashionmagazin geschafft hat. Zwei Bilder sind dabei sogar auf das Cover der Magazine gekommen, was eine unheimlich schöne Bestätigung für die eigene Arbeit ist. Außerdem ist es ein sehr cooles Gefühl, wenn man eine eigene App in den Händen halten kann. Wenn es dann so weit ist, wird man die App wahrscheinlich unter „FMA“ (Titel der Arbeit ist „Force, Morality and Action) oder unter meinem Namen im AppStore finden und kostenlos erwerben können.

Foto: Anton Lutz

 Cover der App. Model: Eliana Ley 

Wie beeinflusst das Ruhrgebiet deine Arbeit?

Ich wollte zuerst übereilt „gar nicht“ sagen, aber das wäre auch gar nicht richtig, wenn ich da mal kurz drüber nachdenke. Viele der Kulissen in meinen Bildern sind im Ruhrgebiet zu finden, ebenso die Models, die man in ihnen sieht. Außerdem fand ich in den Menschen aus der Umgebung immer wieder tolle Unterstützer meiner Projekte. Sei es das Bereitstellen diverser Requisiten, Räumlichkeiten oder andere Hilfe. All das kam aus dem Ruhrgebiet. Auch meine Ausbildung, mein Wissen über Fotografie und die Entwicklung meines eigenen Stils kommt durch mein Studium ebenfalls von hier. Bei näherer Betrachtung beeinflusst meine Umgebung und die darin lebenden Menschen sehr wohl und sogar ziemlich stark meine Arbeit – an dieser Stelle Danke dafür!

Cover Shuba Magazine Feb. 2018. Model: Eliana Ley

Wo kann man dich Freitags abends antreffen?

Da immer wieder und überall ne Vernissage zu finden ist, laufe ich oft auf solchen herum. Gerade auch gerne auf Ausstellungen meiner ehemaligen Kommilitonen. Ich finde es sehr spannend zu sehen was andere machen und in welche Richtungen sie sich entwickeln. Wenn ich tanzen möchte, bin ich öfter mal Im Druckluft in Oberhausen anzutreffen, mag aber auch das Oma Doris in Dortmund. Sonst bin ich aber auch für entspannte Abende bei und mit Freunden zu haben – im Sommer dann besonders gerne im Westpark in Dortmund. Dort trifft man immer irgendwen, den man kennt.

Was macht das Ruhrgebiet für dich aus ?

Gerade in Dortmund ist das Bild der Stadt von den Farben Schwarz und Gelb sehr geprägt, was den Fußball hier sehr groß macht. Das ist für viele sicherlich das bezeichnenste für das Ruhrgebiet, für mich jedoch nicht sonderlich wichtig. Ich mag die Menschen im Ruhrgebiet besonders gerne. Sie sind für mich ausschlaggebend für mein Lebensgefühl hier. Ich weiß die offene, freche und doch freundliche Art der Leute hier sehr zu schätzen, was dafür gesorgt hat, dass ich mich bisher nirgends so zu Hause gefühlt habe, wie hier.

Foto: Martin Kretzschmann / Model: Anna Krupp,