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Literaturkarte.Ruhr.

By Februar 5, 2018 No Comments

Inhaltlich und emotional bleiben wir dem Ruhrgebiet treu.

Die Literaturkarte Ruhr wurde im Rahmen eines Forschendes-Lernen-Seminars an der Ruhr-Universität Bochum als interaktive Website erstellt. Realisiert wurde das Projekt von 13 Studierenden der Komparatistik unter der Leitung von Dr. Stephanie Heimgartner mit Unterstützung der Stabsstelle eLearning. Seit April 2016 ist die Literaturkarte Ruhr unter www.literaturkarte.ruhr abrufbar und wird von einem siebenköpfigen Autor*innen-Team und einer Fotografin redaktionell betreut und weitergeführt, das dem Lehrstuhl für Komparatistik nur noch lose verbunden ist.

Foto: Lara Ingenbleek

1. Wer oder was ist die Literaturkarte.Ruhr und wie kam es dazu? 

Die Literaturkarte.Ruhr ist eine dynamische Landkarte des Ruhrgebiets, auf der die hier beheimatete Literaturszene sichtbar gemacht wird. Man findet Wirkungsorte verschiedener Autoren, Schauplätze aus Romanen aber auch die Heimstätten der Institutionen, die im Ruhrgebiet Literatur fördern. Über Buttons kann man die Karte nach verschiedenen Kategorien und Zeiteinteilungen filtern.

Foto: Lara Ingenbleek

2. Was war dein / euer bislang größter Erfolg oder heraussttechendste Projekt? 

Auf dem Weg der Literaturkarte haben wir mehrere kleine Erfolge gefeiert, beispielsweise den 200. Eintrag auf der Karte, welcher noch im Rahmen des eigentlichen Seminars geschrieben wurde, die Vorstellung der Karte vor Publikum im Bochumer Blue Square und eine literarische Stadtführung, die wir im Sommer 2017 im Rahmen der BoBiennale veranstaltet haben.

Das herausstechendste Projekt ist aber aktuell noch in Arbeit: Anfang Mai wird im Klartext-Verlag unser erstes Buch “Literarische Orte im Ruhrgebiet” (ISBN: 978-3-8375-1906-8) erscheinen, in dem wir rund dreißig Orte der Literaturkarte näher beleuchten, um die Leser zu einem Besuch, aber auch zum Lesen der Ruhrgebietsliteratur zu animieren.

3. Wie beeinflusst das Ruhrgebiet eure Arbeit ? 

Das Ruhrgebiet stellt uns die Leitplanken, zwischen denen wir uns bewegen. Hier halten wir uns übrigens an die 53 Städte, die Teil des Regionalverbandes Ruhr sind. Handelt ein

Roman nicht in einer dieser Städte, kommt er nicht auf die Karte. Hat ein Autor keine Spuren im Ruhrgebiet hinterlassen, hat er ebenfalls Pech gehabt. Das macht die Auswahl einerseits leicht. Schwierig wird es, wenn wir bestimmte Ruhrgebiets-Motive identifizieren können, die Schauplätze jedoch fiktiv sind. Dann müssen kreative Lösungen her!

4. Wo kann man euch Freitags abends treffen? 

Inhaltlich und emotional bleiben wir dem Ruhrgebiet treu. Tatsächlich sind wir inzwischen räumlich doch etwas verteilt, sodass man uns freitagabends bei kulturell reizvollen Veranstaltungen trifft, aber eben nicht nur im Pott, sondern auch in Innsbruck und Berlin.

5. Was macht das Ruhrgebiet für euch aus? 

Für uns ist das Ruhrgebiet die Motivation einer vielfältigen literarisch-kreativen Schaffenskraft. Wir wollen dem Revier seine “Romantik” nicht absprechen, aber wir sehen es gar nicht gerne, wenn man unsere geistige Heimat auf Kohle, Ruß und Taubenzucht reduziert.