HerneKunst & Kultur

Flottmann-Hallen Herne

By Oktober 5, 2017 No Comments

Kunst und Kultur
wo früher Bohrhämmer
gefertigt wurden

Adresse:
Straße des Bohrhammers 5
44625 Herne

 

Die zentralen Segmente des monatlichen Programms bilden Gastspiele freier Gruppen und Künstler aus der Region, der gesamten Bundesrepublik und aus dem Ausland in den Sparten:

  • Schauspiel, Tanz-, Puppen-, Figuren- und Zirkustheater
  • Kabarett | Comedy | Kleinkunst
  • Konzerte von Rock bis Pop, von Jazz-, über Welt- bis zu zeitgenössischer Musik

Eigen- und Koproduktionen sowie Festivals in den Sparten Kinder- & Jugend-, Figuren- & Tanztheater sowie Neuer Zirkus runden das Spektrum ab. Im Herzen des Ruhrgebiets gelegen und in Sichtweite zur Bochumer Stadtgrenze, mit den Anschlüssen zur A 43 und der Campus-Linie U35 zur Uni Bochum ganz in der Nähe, ist das Angebot nicht ausschließlich auf die Herner Bevölkerung zugeschnitten, sondern für kulturinteressierte Menschen der gesamten Ruhrgebietsregion interessant.

Ein herausragendes Beispiel für die Umwidmung von Industrie- zu Kulturstandorten sind die Flottmann-Hallen in Herne. Früher wurden hier Bohrhämmer für den Bergbau gefertigt und vertrieben.
Als die Flottmann-Werke Ende der 1980er-Jahre an den Stadtrand verlegt wurden, wurde ein Teil des Komplexes abgerissen. Die ursprünglich für den Versand, Schlosserei und Schmiede genutzte Halle blieb stehen; sie ist heute ein Zentrum für Theater, Sport, Musik und bildende Kunst. Die fünfschiffige, unter Denkmalschutz stehende Halle ist in ihrer Mischung aus Jugendstil und Neuer Sachlichkeit eine bauhistorische Rarität in Nordrhein-Westfalen. 600 Quadratmeter misst die Ausstellungshalle, deren Industriecharakter nach wie vor augenfällig ist. Die Dachkonstruktion wird von eisernen Stützen getragen, sie strukturieren den großen Ausstellungsraum. Großformatige Malerei und umfangreiche Skulpturen lassen sich hier ideal präsentieren.

Der 1986 eröffnete Ausstellungsbetrieb ist frei von thematischen Vorgaben. Er ist nicht an eine Sammlung gebunden, daher wird offen auf künstlerische Tendenzen reagiert, werden vorzugsweise junge, experimentierfreudige Künstler zu Solo- und Gruppenschauen herangezogen. Kooperationen mit Akademien und Kunsthochschulen fokussieren den offenen Blick auf aktuelle Strömungen. Der Schwerpunkt der kuratorischen Arbeit liegt auf solchen Projekten, die den Ausstellungsraum mit inszenieren. Schauen wie »Fabrik« von Max Scholz (2005/06) oder »Schlangenverstülper« von Georg Meissner (2007) schaffen immer wieder neue Impressionen des Innenraums. Seit 2004 werden auch Außenarbeiten installiert.

 

Das im Hause ansässige theaterkohlenpott, ein von der Stadt und vom Land unterstütztes freies Theater, nutzt das Haus als Proben- und vor allem Spielstätte und deckt den Bereich Kinder- und Jugendtheater ab.
Dazu gehören neben Inszenierungen eines je nach Produktion wechselnden professionellen Ensembles auch zwei bis drei Nachwuchsensembles für Jugendliche zwischen 12 und 23 Jahren. Theaterworkshops für Kinder und Fortbildungen für Pädagogen ergänzen das Angebot. Mehr Infos unter http://www.theater-kohlenpott.de.

Darüber hinaus hat sich in der Jugendkultur in den letzten zehn Jahren das Format RoomService als Plattform für Jugendkultur etabliert. Das Flottmann-Foyer wird mindestens einmal im Monat zum Wohnzimmer derjenigen, die wissen, wo der Puls der Zeit schlägt. Weil sie jung sind. Weil sie Energie haben. Und weil sie etwas zu sagen und zu zeigen haben. Für junge Texter, Musiker, Maler, Schauspieler, Videokünstler, Filmschaffende, Poetry-Slammer, Tänzer, Performer, Labelchefs, Bastler, Frickler, Daniel-Düsentriebs, Designer, DJs, VJs, Comedians, Zauberer, Jongleure, Artisten und alle anderen: seit zehn Jahren arbeitet eine Handvoll ebenfalls Kreativer dafür, dass in den Flottmann-Hallen ein ungezwungener Raum zur Entfaltung entsteht, in dem neue Ideen wachsen können.

 

QUELLE BILD UND TEXT:
http://flottmann-hallen.de/?m=2

http://www.ruhrkunstmuseen.com/museen/flottmann-hallen-herne.html