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Café Safran – Persische Küche in Bochum

By November 22, 2017 No Comments

Wer Mohammed besucht, sollte Zeit mitbringen.
Aber er wird mit Muttis Küche belohnt.

Mohammed Tarighat Monfared

Kronenstraße 31

44789 Bochum
Tel. +49 (0)234 9766652

 

(Bitte anrufen bevor ihr euch zu einem Besuch entschließt.)

Mohammed lächelt und tätschelt mir den Rücken: „Dich kenn ich.“

Am einzigen Tisch des kleinen Bistros sitzt ein älterer Herr, studiert die Speisekarte und wartet auf einen Freund. Abgesehen von Jan und mir, werden die Beiden die einzigen Gäste während unseres Besuchs im Café Safran sein. Genauso mag Mohammed es. Nur ein par Gäste am Tag, damit er in Ruhe ihr Essen zubereiten, sich danach zu ihnen gesellen und vielleicht ein bisschen schnacken kann.
Das hier ist kein Ort der Eile. Mit seiner sanften Stimme erklärt Mohammed dies auch gern denjenigen, die gestresst in den Laden stürmen, um während ihrer 15minütigen Mittagspause einen schnellen Snack zu verputzen.

Ein Freund hat das Safran 2011 als reines Café eröffnet und einige Monate später  Persische Gerichte in das Angebot aufgenommen. Nachdem dieser Freund 2013 traurigerweise  verstarb, ist Mohammed eingesprungen und lebt seitdem den Traum weiter, ein kleines Persisches Restaurant in Bochum-Ehrenfeld zu betreiben. Dies ist nicht sein erster gastronomischer Betrieb. In Zeiten als die Deutsche Währung noch Mark hieß besaß er ein gehobenes Italienisches Restaurant. Damals sei Persisches Essen für die Leute hier noch viel zu exotisch gewesen, sagt er.  Obwohl er damals viel Kochwissen durch seinen Italienischen Chefkoch hinzugewinnen konnte, lag die Gastronomie ihm auch vorher schon im Blut. In Teheran kennt jeder den Namen Tarighat, weil seine Familie seit über 70 Jahren eine bekannte gleichnamige Restaurantkette betreibt. Aber das, was seine Verwandten in seinem Heimatland servieren, ist völlig anders als Mohammeds eigenes Angebot im Café Safran. Während Persische Restaurants vor allem Kebab, mariniertes Huhn oder Lammrücken servieren, kocht Mohammed Gerichte, die bei Iranischen Familien auf den Tisch kommen und die er noch bei seiner Mutter gelernt hat. Auch wenn er gelegentlich als Caterer für bis zu 40 Personen kocht, würde er dies in seinem Café nur ungern tun. Er mag und teilt die entspannte und offene Art seiner jetzigen Gäste und würde diese Atmosphäre nicht mehr gegen die fordernde Anspruchshaltung der Kunden seines ehemaligen Betriebs eintauschen wollen. Und warum sollte er sich auch stressen? Schließlich möchte er sich die Freude am Kochen ja nicht verderben lassen

Weil Mohammed fest davon überzeugt ist, dass er als Restaurantbetreiber seine Kultur und seine Landsleute repräsentiert, legt er besonders großen Wert auf Qualität. Seine Standard-Gewürze und Kräuter kauft er einmal im Jahr in den Basaren Teherans. Nicht nur weil er dort eine bessere Qualität bekommt, sondern auch weil diese Zutaten dort viel günstiger sind. Schon durch den selbst importierten Safran, der in fast jedem Gericht vertreten und Namensgeber des Cafés ist, ist es möglich die Preise viel niedriger zu halten, als wenn Mohammed ihn in Deutschland kaufen würde. Das ist natürlich schön für seine Gäste, die nicht nur deshalb immer gerne wiederkommen.

Mohammed liebt es, für seine Gäste zu kochen.

Das schmeckt man! Das spürt man!